Konzerttournee nach Rzeszów 2015

26.09. - 04.10.2015

Text von Torben Kiesow

 

Tag 1: Um 6.50 Uhr ist Abfahrt, wir fahren durch bis 10.45 Uhr und halten im Seegarten zum Frühstücken/Brunchen. Dann geht es weiter, eine längere Pause gibt’s unfreiwillig bei Grenzübertritt, weil der Geldwechsel länger dauert. Nach gefühlt einer Stunde geht es zwischen zwei und drei Uhr weiter, über eine Autobahn, die definitiv dringender Ausbesserungsarbeiten bedarf, da sie so holperig war, dass beinahe die Instrumentenkoffer aus der Gepäckablage des Busses auf uns herniederfielen. Doch die Meisten schaffen es tatsächlich, während dieser Tortur einzuschlafen.

Gegen 17 Uhr kommen wir an Schloss Fürstenstein an, das einer Besichtigung unterzogen wird. Herr Reinicke erzählt uns einige Dinge über dieses Schloss, während andere auf eigene Faust losziehen, um das Schloss und die umliegende Landschaft zu fotografieren.

Nach etwa einer Dreiviertelstunde kommen wir am Hotel „IBIS Styles“ an, in dem wir unsere erste Nacht der Konzertreise verbringen. Zuvor steht für die Unermüdlichen jedoch noch eine geführte Stadttour ins Haus, denn Waldenburg (so heißt die Stadt, in der wir zu diesem Zeitpunkt sind), hat eine besonders schöne Altstadt, die nur diejenigen zu Gesicht bekommen, die sich der Tour anschließen.

Tag 2: 6.00 Uhr früh, der Wecker klingelt. Es gibt Frühstück und alsbald geht es wieder auf Tour. Um 9.30 Uhr wird das ehemalige Rittergut und spätere Gut Moltke, eine Gedenkstätte des Kreisauer Kreises besichtigt.

Mit einiger Verspätung kommen wir von dort wieder los, in der Hoffnung, bald das zweite Frühstück einnehmen zu können. Aufgrund der verzögerten Weiterfahrt und etwas zu viel Optimismus was das Tempo des Busses angeht, gibt es das allerdings erst um 16 Uhr. Dementsprechend beeilen wir uns mit dem Essen und können schon nach 45 Minuten weiterfahren.

Während eines Zwischenstopps in Breslau, bei dem natürlich eine Stadttour nicht fehlen darf, geht es auf Zwergenjagd. Der ein oder andere kann sogar gefunden werden!

Etwa 20 Uhr ist es, als wir in Rzeszów ankommen – dem Hauptziel unserer Reise. Schnell laden wir die Instrumente aus, um anschließend im Hotel Iskra zu Abend zu essen. Sobald das Hähnchenfleisch mit Kartoffelpüree aufgegessen ist, gehen wir so langsam ins Bett, schließlich war es eine sehr anstrengende Busfahrt

Tag 3: Nach dem Frühstück im Hotel geht es um 10.35 Uhr auf nach Landshut, wo wir ein wunderschönes altes Schloss besichtigen. Im Anschluss daran gehen wir in ein Restaurant, um dort Hähnchen mit Kartoffelpüree zu essen. Es folgt die Rückfahrt und zwischen 15.30 und 18 Uhr eine (Stell-)Probe.

Bereits an diesem ersten Abend ziehen einige Leute los, um nach Shopping-möglichkeiten und Fast-Food-Restaurants Ausschau zu halten. Zusätzlich bieten uns die polnischen Studenten an, einen Stadtrundgang zu machen, wir entdecken ein Wasserspiel, das mit Farben und musikalischer Unterlegung ein tolles Erlebnis bietet.

Tag 4: Um 9.30 Uhr fahren wir los, um die Universität ins Rzeszów zu besichtigen. Frau Wiencko zeigt uns das Gebäude hauptsächlich von außen, am Schluss dürfen wir dann aber doch kurz in einen der Hörsäle, den modernsten seiner Art hier. Nach der Führung, die früher als geplant zu Ende ist, wird uns Freizeit gewährt. Um 12.30 Uhr gibt es Mittag im Hotel Iskra, danach wird im Saal der Fakultät erneut eine Probe durchgeführt.


Das anschließende Konzert beginnt um 17 Uhr, ein kleiner Imbiss mit den polnischen Studenten und ihren Dozenten folgt. Wir lassen den Abend in gemütlichem Beisammensein ausklingen.


Tag 5: Heute geht es erst um 10.30 Uhr nach Sanok. Als wir um kurz nach 13 Uhr dort ankommen, laden wir zunächst die Instrumente aus, stellen die Stühle auf und gehen dann essen – Hähnchenfleisch mit Kartoffelbrei. Danach geht es ins Museum, wir haben die Wahl zwischen zeitgenössischer Kunst oder Ikonen aus alten Kirchen.

Anschließend wird geprobt, von 15.30 Uhr bis 16.40 Uhr, dann gibt’s einen Imbiss. Nach dem Konzert, das zwischen 18 und 20 Uhr stattfindet, werden die Instrumente aufgeladen und um 20.45 Uhr geht es heimwärts ins Hotel.

Tag 6: Früher als am Vortag geht es heute los, nämlich um 9 Uhr. Wir fahren nach Krosno, wo wir mit Verspätung eintreffen. Es folgt der gewohnte Ablauf mit Instrumente ausladen, Stühle aufstellen und Mittag essen, das aber durch einen 20-minütigen Fußmarsch erreicht werden muss. Es gibt auch das gewohnte Essen: Hähnchen mit Kartoffeln.

Nachdem wir den Rückweg in einen Stadtrundgang verwandelt haben, gibt es eine Probe in dem gewaltigen Krosnoer Theater, das mit bunter Beleuchtung auftrumpfen kann.

Doch nicht nur die Beleuchtung ist bemerkenswert, das Konzert, das am Abend zwischen 18 und 20 Uhr gegeben wird, ist das meistbesuchte der ganzen Reise! Relativ rechtzeitig um 20.35 Uhr rollt der Bus gen Rzeszów, das wir gegen 22.30 Uhr erreichen.

Tag 7: Für uns ist heute Abreisetag in der südost-polnischen Stadt. Bei einigen klingelt der Wecker schon um 4.30 Uhr! Wer nicht am Abend vorher gepackt hat, muss das nun in den frühen Morgenstunden erledigen. Ein größeres Problem scheint die Dusche zu sein, die für einen kurzen Moment nur noch kaltes Wasser abgibt…

Doch das nächste Problem lässt nicht lang auf sich warten: Zwei Orchestermitglieder haben im Halbschlaf ihren Wecker ausgestellt und so müssen sie sich in höchster Eile fertig machen. So kommt es, dass wir erst um 7.50 Uhr loskommen, obwohl wir zu dieser Zeit schon 50 Minuten unterwegs sein wollten. Es verschiebt sich also der Tagesplan. Statt um 9.20 Uhr sind wir erst kurz nach zehn Uhr am Salzbergwerk, in dessen einzigartiger, riesiger unterirdischer Kathedrale der dritte Satz aus der ersten Sinfonie Kalinnikovs gespielt wird, eine Premiere für jeden Anwesenden!

Um etwa 15 Uhr kommen wir in Krakau an, die für 14.30 Uhr geplante Stadttour wird sofort begonnen. Wir lernen Kirchen kennen und besichtigen den Hauptmarkt, einen der größten mittelalterlichen Plätze in Europa.

Als wir von der Stadttour zurückkehren, heißt es: Umziehen im Eiltempo. Oder man macht es sich einfacher und nimmt den Anzug mit, um ihn kurz vor dem Konzert anzuziehen. Doch zuvor besichtigen wir noch eine katholische Schule, dessen junge Schüler uns mit aller Herzlichkeit begrüßen, bewirten und durch die Schule führen. Der Schulleiter ist auch am Abend beim Konzert in der Kirche anzutreffen, denn freundlicherweise durften wir in einer der katholischen Kirchen in der zweitgrößten Stadt Polens konzertieren. Wir kommen später rechtzeitig los und auch im Hotel an, das nicht weit entfernt ist.

Tag 8: Früh aufstehen ist angesagt, denn heute geht es nach Leipzig. Wir fahren dort ins Hotel „IBIS Budget“, in dem es zunächst kurze Unstimmigkeiten bei der Zimmereinteilung gibt, die jedoch schnell beseitigt werden können.

Das abendliche Konzert in der Taborkirche findet große Zustimmung und das erste Mal auf der ganzen Orchesterreise kann das Bachsche Doppelkonzert für Oboe und Violine mit einem echten Cembalo aufgeführt werden! Insgesamt findet das Konzert bei den trotzdem recht wenigen Zuschauern großen Anklang.

Tag 9: Dieser Tag wird der letzte der Reise sein und bedeutet angesichts der Entfernung zwischen Leipzig und Ahrensburg eine lange Busfahrt, allerdings aus demselben Grund auch ein zweites Frühstück.

Im beschaulichen Fehrbellin gibt es ein sehr wohlschmeckendes und reichhaltiges Mittagessen. Allerdings drückt etwas die Stimmung: Herr Reinicke, der uns seit Jahren mit seinem großen Engagement zur Seite stand, legt nun seine Arbeit nieder. Mit ihm scheidet ein großes Talent von uns, zwar kein musikalisches, dafür aber umso mehr ein Organisationstalent, das uns viele schöne Konzerte und Reisen bescherte!

Früher als geplant kommen wir in Ahrensburg an, die Musiker mit kleinen, transportablen Instrumenten machen sich sofort auf den Heimweg, diejenigen mit den größeren Instrumenten können jedoch nicht allzu viel später nach Hause. Damit geht eine erlebnisreiche, lustige und erfolgreiche Konzertreise zu Ende.Gleic


von Torben Kiesow